Cura animarum heißt „Sorge für die Seele“. Dies ist der lateinische Begriff, den man in der früheren Pastoraltheologie als Terminus für „Seelsorge“ verwendete. Das übliche Bedeutungsspektrum des Wortes „Seelsorge“ umfasst nicht dasselbe wie der unübliche Ausdruck „Sorge für die Seele“. Unter „Seelsorge“ wird gemeinhin ein spezifisch pastorales Geschehen verstanden, meist in Verbindung mit einem kirchlichen Amt. Die so verstandene Seelsorge ist eine Teilmenge der Sorge für die Seelen, sofern wir den Ausdruck buchstäblich nehmen.

Im heutigen Sprachgebrauch eignet sich vielleicht die Bezeichnung „Lebensberatung“ am besten als Überbegriff, um einigermaßen die verschiedenen Felder der Sorge für die Seele wie Psychotherapie, Paar- und Familientherapie, ärztliche, psychologische, soziale und pädagogische Beratung, Coaching, Mediation, Psychoedukation, Supervision, Mentoring, Krisenintervention, Trauerbegleitung, verschiedene Gruppenmodelle, Trainings, Exerzitien und Seelsorge und was noch genannt werden mag, zu subsumieren. Die Sorge für die Menschen, deren Seele Hilfe braucht, kann umso besser gelingen, je stärker die Gemeinsamkeiten dieser vielen Wege wahrgenommen und gepflegt und je bewusster die inhaltlichen und methodischen Unterschiede als Bereicherung, Ergänzung und Vertiefung der jeweiligen Einseitigkeiten gesehen und aufgenommen werden. Wenn das unter dem Vorzeichen des Christlichen geschieht, können auf diesem Weg wertvolle Synergien und Verschmelzungen von Ansätzen der Seelsorge im engeren Sinn und solchen aus dem weiten Feld der allgemeinen Sorge für die Seele resultieren. Und wenn es zudem unter Verzicht auf konfessionelle Engführungen geschieht, kann sich Bereicherung, Ergänzung und Vertiefung auch durch die Interaktion der unterschiedlichen Glaubenssysteme ereignen: Aufeinander hören und voneinander lernen, um miteinander als Kirche weiterzukommen. Diesen anspruchsvollen, aber lohnenden Zielen soll die Zeitschrift Cura animarum dienen. Sie sei ein freies Forum auf gutem wissenschaftlichen Niveau.